Nachlese

 

Schon in der vorletzten Ratssitzung wäre unserem Bürgermeister Herrn Eberle sowie Herrn Jokisch eine glücklichere Hand zu wünschen gewesen, soweit es um die Klärung von Friedhofsangelegenheiten geht.

 

Es hätte den Herren gut angestanden, wenn sie sich bei ihren Ausführungen, soweit es um die Standfestigkeit von Grabsteinen geht, respektvoller, insbesondere weniger pietätslos geäußert hätten.

 

Bei einem Grabstein handelt es sich gerade nicht um ein Stück Mauer, sondern es handelt sich um einen Gedenkstein, der für die Angehörigen einen großen ideellen Wert hat und an die Verstorbenen erinnert.

 

Die Pietätlosigkeit ergibt sich aus der Aussage dahingehend, dass, hätte man einen nicht standfesten Grabstein festgestellt, dieser sofort umgelegt worden wäre.

 

Wie schnell unser Bürgermeister an seine Grenzen gelangt, zeigte sich in der letzten Ratssitzung. Die Tagesordnung im öffentlichen Teil bestand lediglich aus der Einwohnerfragestunde und Ehrung der Parkfreunde.

 

Als jedoch der Antrag der CDU, über eine Anfrage des Verbandsbürgermeisters der Verbandsgemeinde Heßheim an die Gemeinde Dirmstein, nach der um die Meinung zu einer möglichen Einbindung der Gemeinden Gerolsheim und Dirmstein zur Verbandsgemeinde Heßheim gebeten wird, verlesen wurde, geriet unser Bürgermeister schwer ins Straucheln.

 

Der Antrag der CDU war darauf gerichtet eine entsprechende Aussprache im öffentlichen Teil zu erreichen.

 

Nun nahm das Drama seinen Lauf.

 

Unser Bürgermeister ließ über den Antrag abstimmen und war gar baff überrascht, so war es zumindest seinem Gesichtsausdruck zu entnehmen, dass auch seine eigene Fraktion für den Antrag der CDU gestimmt hat.

 

Selbstverständlich hat unser Bürgermeister gegen den Antrag der CDU und somit gegen seine eigene Fraktion abgestimmt.

 

In der Folge setzte ein munteres Zählen mit der Feststellung, dass dem Antrag stattgegeben wurde, ein.

 

Dem wollte jedoch unser erster Beigeordneter Herr Jokisch von der SPD, nicht tatenlos zusehen. Er hat den Sitzungssaal eilenden Schrittes verlassen um sich der Gemeindeordnung zu bemächtigen.

 

Nach heftigem Blättern in der Gemeindeordnung, selbstverständlich wurde nebenbei unserem Bürgermeister zugeflüstert, wurde dann das Gesetzeswerk dem Protokollführer von der VG vorgelegt, der wohl, es folgte wiederum heftiges Geflüster, zu dem Entschluss gekommen ist, dass, damit dem Antrag der CDU stattgegeben werden kann, eine 2/3 Mehrheit notwendig sei.

 

Unser Bürgermeister verkündete daraufhin, sein Gesichtsausdruck zeugte von sichtlicher Erleichterung, dass der Antrag der CDU abgelehnt sei.

 

Hierauf folgte wiederum heftiges Rechnen.

 

Von 17 Ratsmitgliedern haben 12 (7 von der CDU sowie Herr Jürgen Schwerdt, sowie 4 Ratsmitglieder der FWG Fraktion) für den Antrag der CDU gestimmt. 5 Mitglieder der SPD-Fraktion, nebst Bürgermeister, dagegen.

 

Keiner größeren Rechenleistung bedarf es um festzustellen, dass die 2/3 Mehrheit für den Antrag der CDU erreicht war.

 

Nach dem Motto, dass nicht sein kann was nicht sein darf, wurde seitens Herrn Eberle sowie seitens Herrn Jokisch Bleistift und Papier bemüht um möglicherweise das Abstimmungsergebnis noch „hinzurechnen“.

 

Es wurde heftig gezählt und diskutiert, das Ratsmitglied Thomas Kehl beendete den Ausbruch akuter Dyskalkulie mit dem Verweis auf Adam Riese.

 

Letztendlich wurde über die Anfrage des Verbandsbürgermeisters der Verbandsgemeinde Heßheim trefflich diskutiert.

 

Die CDU vertritt die Auffassung, dass, sollte eine Fusion der Verbandsgemeinde Hettenleideheim mit der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land stattfinden, die Gemeinden Dirmstein und Gerolsheim durchaus darüber nachdenken sollten mit der Verbandsgemeinde Heßheim zu fusionieren.

 

Aus nachvollziehbaren Gründen schmeckt dies dem ersten Ortsbeigeordneten Herrn Jokisch von der SPD nicht. Würde er doch in einem derartigen Falle wohl seinen Posten als erster Beigeordneter bei der VG verlieren.

 

Er verstieg sich deshalb in verworrene Ausführungen, soweit es darum ging, dass durch unseren Landtagsabgeordneten Herrn Dr. Norbert Mittrücker von der CDU, die Rechtsmäßigkeit einer möglichen Fusion von Hettenleidelheim mit Grünstadt-Land angezweifelt wurde, dahingehend, dass er Herrn Dr. Mittrücker unterstellt hat, dieser habe bewusst falsch aus Landtagsprotokollen zitiert. Stellt sich die Frage, wer hat den Zugang zu Landtagsprotokollen – ein Mitglied des Landtags oder ein Beigeordneter einer Verbandsgemeinde bzw. Ortsgemeinde?

 

Insgesamt muss von einer interessanten und ereignisreichen Ratssitzung, was angesichts der Tagesordnung nicht zu erwarten war, ausgegangen werden. So hat Herr Halama, Fraktionsvorsitzender der FWG, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass seine Fraktion vom Ortsbürgermeister nicht über Schreiben des Verbandsgemeindebürgermeisters der Verbandsgemeinde Heßheim informiert wurde und er schlichtweg ahnungslos war.

 

Ob dies interne Folgen in der Wählergemeinschaft mit sich bringen wird bleibt abzuwarten.

 

Vorstehendes zeigt, dass eine Ratssitzung gerade nicht eine trockene bürokratische Angelegenheit ist, so dass die CDU Dirmstein jeden politisch interessierten bittet die zukünftigen Ratssitzungen zu besuchen.